Fütterung von alten Pferden

 

Futterration für alte Pferde (verteilt auf 1-3 Mahlzeiten):

 

½ bis 1½ kg                Heucobs (Trockengewicht) pro 100 kg Körpergewicht

bis zu 1 Tasse             Pflanzenöl

ergänzend                   Senior-Fertigmischungen 

      oder Hafer (gequetscht) oder Müsli

ergänzend                    Zuckerrübenschnitzel

ergänzend                    Kleie

ergänzend                    Leinsamen (aufgekocht)

evtl.                             Kraftfutterpellets

evtl.                             Malzbier

empfehlenswert            Mineral- und Vitaminfutter

 

 

Wie erkenne ich Zahnprobleme?

 

Probleme treten meistens im Herbst auf, wenn die Fütterung von Gras auf Heu umgestellt wird. Da das Heu härter als Gras ist, können ältere Pferde es häufig nicht mehr ausreichend zerkleinern und verdauen.

Wenn das Pferd abnimmt, Wickel kaut und ausspuckt, die Struktur der Fasern im Kot nicht ausreichend zerkleinert sind und das Pferd eventuell sogar Durchfall entwickelt, ist es allerhöchste Zeit die Fütterung anzupassen.

 

 

Weshalb muß ich alte Pferde anders füttern?

 

Bei jungen Pferden (5-6 J.) ist die Zahnwurzel (bzw. Reservekrone) ca. 10 cm lang.

Die dort vorhandene Faltenbildung des harten Zahnschmelzes macht den Zahn rauh.

Der Zahn schiebt sich dann jährlich um ca. 2-3 mm aus dem Zahnfach heraus und wird auch um 2-3 mm abgenützt. Deshalb wird der Zahnkörper mit dem Alter immer kürzer und es ist dann irgendwann im Alter von 20 bis 30 Jahren nur noch ein Wurzelrest vorhanden, dem die Schmelzeinfaltung und entsprechend die Rauhigkeit fehlt um das Futter zu zermahlen.

Häufig sind auch Zähne lose geworden und müssen, wenn sie nicht von alleine rausgefallen sind, gezogen werden. Dann kann leider auch eine gründliche Zahnbehandlung keine Verbesserung der Futterverwertung  bewirken.

Dennoch ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, daß scharfe Kanten, Haken, Stufen und lose Zähne entfernt werden können.

 

 

 

Wie füttere ich alte Pferde?

 

Es ist sehr wichtig die Fütterung rechtzeitig anzupassen oder umzustellen bevor das Pferd zu sehr abgebaut hat.

 

Anpassen der Fütterung heißt nicht, die Kraftfutterration zu steigern oder Zuckerrübenschnitzel zu füttern, dies kann höchstens ergänzend geschehen.

 

Das Wichtigste für die Verdauung des Pferdes ist Rauhfutter (Gras, Heu und Stroh).

 

Kann das Pferd dieses nicht mehr ausreichend zerkleinern, nützt eine Steigerung der Kraftfutterration auch nichts. Dann muß stark vorzerkleinertes Heu in Form von aufgeweichten Heucobs (bzw. Wiesencobs) gefüttert werden. Heucobs bestehen aus sehr fein zerkleinertem Heu, welches in Pelletform gepresst wurde; diese kann man im Futtermittelhandel (z.B. Raiffeisen) kaufen.

Vorsicht Heucobs immer frisch einweichen, da sie sonst gären.

Einweichen ist meistens notwendig, da sonst die Gefahr der Schlundverstopfung besteht.

 

Die Qualität der Heucobs ist sehr unterschiedlich (teurer ist nicht immer besser), deshalb eventuell eine andere Marke ausprobieren, wenn das Pferd die Heucobs nicht mag. Solange die Grasqualität auf der Weide noch gut ist, fällt es auch häufig schwer ein Pferd an Heucobs zu gewöhnen.

 

Langsam die Menge steigern bis das Pferd wieder zunimmt und entsprechend die notwendige Menge ausprobieren. Sie richtet sich danach wie viel Heu oder Gras das Pferd noch fressen und genügend zerkleinern kann und reicht von ½ bis 1 ½ kg Heucobs (Trockengewicht) pro 100 kg Körpergewicht auf 1 bis 3 Mahlzeiten verteilt.

Eventuell kann eine „Senior“ Fertigfuttermischung (z.B. St. Hippolyt oder Nösenberger „Senior“) statt Kraftfutter gegeben werden.

Ergänzend kann bis zu eine Tasse Pflanzenöl (Sonnenblumen-, Soja-, Leinsamen-), evtl. Malzbier, Kleie, Zuckerrübenschnitzel, Leinsamen gekocht, gut gequetschter Hafer oder Müsli, Kraftfutterpellets und empfehlenswert auch Mineral- und Vitaminfutter dazugemischt werden.

Vorsicht nicht alle Pferde mögen Pflanzenöl, gerade das teure Leinsamenöl wird oft abgelehnt.

 

Wenn die Fütterung rechtzeitig angepasst wird und das Pferd sich daran gewöhnen kann, ist es auf diese Weise möglich ein Pferd trotz schlechter Zähne absolut ausreichend zu füttern.

Wenn ein Pferd Schmerzen, oder andere gesundheitliche Probleme hat, funktioniert es jedoch nicht und das Pferd nimmt weiter ab. Ein Pferd das schon immer ein schlechter Fresser war und nur bestimmtes Futter frisst, wird natürlich nur schwer umzustellen sein.

Meistens wird die Futterumstellung sehr gut angenommen, was man schnell am Fell und Bauchumfang sehen kann.

Es empfiehlt sich Heucobs nach entsprechender Probezeit in größeren Mengen und somit billiger einzukaufen.

Die Fütterung muss mit dem Stallbesitzer abgesprochen werden, und da der Mehraufwand nicht selbstverständlich ist, müssen Sie natürlich auch etwas mehr bezahlen, wenn es funktionieren soll.

 

Viel Erfolg!