Fragen zur Pferdezahnpflege
 


Wie erkenne ich Zahnprobleme beim Pferd ?
 


Wie oft sollten die Zähne beim Pferd kontrolliert werden ?
 


Warum regelmäßige Gebißkontrolle beim Pferd ?
 


 

 

 

 
 

1. Wie erkenne ich Zahnprobleme beim Pferd ?


Unrittigkeit:
 
Pferd läßt sich schlecht auftrensen, wehrt sich gegen das Gebiß (Mauligkeit, Festbeißen und Kopfschlagen), läßt sich zu einer Seite schlecht stellen ...
 

 
Futteraufnahme verändert:
 
Langsames und schlechtes Fressen, abnorme Kaubewegungen (keine mahlenden Seitwärtsbewegungen), Futter fällt raus beim Kauen, Wickel kauen, Schmatzen, übermäßiges Speicheln ...
 

 
Allgemeinzustand schlecht:
 
Abmagern (trotz reichlicher Futteraufnahme), stumpfes Fell, schlechte Kondition...
 

 
Andere Symptome:
 
Ungenügend zerkleinerte Partikel im Kot, Verstopfungskoliken, wiederholt Schlundverstopfung, Mundgeruch, Headshaking (Kopfschütteln), Pferd frißt lieber Heu und Weichfutter als Hafer und Pellets, frustriertes Kopfschlagen beim Fressen ...
 

 
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2. Wie oft sollten die Zähne beim Pferd kontrolliert werden ?


1 mal im Jahr
 
Bei Pferden, die älter als 5 Jahre sind

 
2 mal im Jahr
 
Bei Pferden im Alter von 2,5 bis 4,5 Jahren, weil in diesem Alter etwa halbjährlich ein Zahnwechsel stattfindet und Milch-Kappen entfernt werden sollten.
 
Bei Pferden, denen ein Zahn fehlt, oder die eine Fehlstellung der Kiefer haben. Die Zähne, die dann keinen gegenüberliegenden Zahn und entsprechenden Abrieb haben, werden schnell zu lang und blockieren die Seitwärtsbeweglichkeit des Unterkiefers.
 

 
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3. Warum regelmäßige Gebißkontrolle beim Pferd ?


 
Das Gebiß der Pferde ist darauf spezialisiert hartes Steppengras abzubeißen und zu zermahlen. Die Pferde bekommen bei der heute üblichen Haltungsform weicheres und energiereicheres Futter als es die Natur vorgesehen hat. Da beim Zermahlen dieser Nahrung die Seitwärtsbewegung der Kiefer verringert ist, wird die Bildung von scharfen Kanten an den Backenzähnen begünstigt. Häufig werden die Schneidezähne zu lang, da sie nicht mehr zum Abbeißen von Gras gebraucht werden und der entsprechende Abrieb fehlt. Dadurch haben die Backenzähne beim Zermahlen des Futters einen zu großen Abstand und zu wenig Kontakt.
 
 
Der Oberkiefer der Pferde ist breiter als der Unterkiefer. Deshalb entstehen am Oberkiefer außen und am Unterkiefer innen scharfe Kanten. Diese Kanten verletzen die Backenschleimhaut und die Zunge.
 
 
Beim Zahnwechsel können sich die Milchzähne (Milch-Kappen) zwischen zwei anderen Zähnen einklemmen. Der Zahnwechsel kann nicht stattfinden, der verbliebene Zahn übt starken Druck auf den Kieferknochen aus und es bilden sich Knochenauftreibungen (Beulen) am Unterkiefer.
 
 
Pferdezähne hören nicht mit dem Längenwachstum auf, sie schieben sich jährlich etwa 2 mm aus dem Zahnfach heraus. Die Zähne schleifen sich an der Nahrung, aber auch gegenseitig ab. Fehlt ein Zahn, oder ist ein Kiefer kürzer als der Gegenkiefer, so fehlt dem gegenüberliegendem Zahn der Abrieb. Dieser Zahn wird dann so lang, daß er bald die Beweglichkeit der Kiefer blockiert und sich sogar in das Zahnfleisch und in den Kieferknochen der gegenüberliegenden Seite bohren kann.
 
 
Viele Pferde haben im Oberkiefer vor dem ersten Backenzahn einen Wolfszahn, Wolfszähne treten schon mit etwa 7 Monaten in Erscheinung. Manchmal hat der Wolfszahn das Zahnfleisch nicht durchbrochen, er wird dann als "blinder Wolfszahn" bezeichnet. Wolfszähne sind rudimentäre Zähne (P1) aus der Entwicklungsgeschichte des Pferdes. Sie sind meistens sehr klein (wie ein menschlicher Eckzahn) und haben kurze Wurzeln. Sie liegen genau dort wo auch das Trensengebiß aufliegt und stören deshalb häufig. Sie sind im Normalfall leicht zu entfernen.

 

 
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